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Figuren von Christuskindern spielten seit dem 14. Jahrhundert vor allem in Frauenklöstern eine große Rolle. Nonnen brachten derartige Bildwerke in der Regel als „Mitgift“ beim Eintritt ins Kloster mit. Für sie spielte die Identifikation mit Maria eine große Rolle in ihrem Andachtsleben. Für die kleinen Jesusfiguren wurden in mühevoller Arbeit prächtige Kleider hergestellt, sie wurden in kunstvoll ausgeführte Wiegen gelegt und ab dem 25. Dezember, dem Tag der Geburt Christi, aufgestellt.

Im Laufe des 15. Jh. wurden die Christuskinder auch beim Adel und in bürgerlichen Stuben populär. Die große Nachfrage nach derartigen Figuren führte in den Niederlanden, besonders in Mecheln, Anfang des 16. Jh. zu einer massenhaften Produktion weitgehend stereotyp gestalteter Statuetten des stehenden Christuskindes, von denen sich eines der qualitätvolleren Exemplare in der Sammlung des Liebieghauses befindet.

Die Statuette besitzt noch in großen Teilen ihre originale Bemalung. Dabei lässt sich besonders im Gesicht eine für die Mechelner Kinder überdurchschnittlich qualitätvolle Fassung erahnen, die das Frankfurter Kind zu einem der besten seiner Art macht. Der Erhaltungszustand ist ein seltener Glücksfall, wenn man bedenkt, wie intensiv solche Figuren in der Regel „benutzt“ wurden.

Viele solcher Christuskinder waren mit kunstvoll gearbeiteten Kronen aus Textil, Draht, Schmucksteinen etc. geschmückt.

Im Liebieghaus hat sich eine Krone erhalten, die, wenngleich wohl aus dem 19. Jahrhundert stammend, diesen mittelalterlichen Kronen sehr ähnlich ist und wie für das Mechelner Kind gemacht zu sein scheint. Leider ist sie sehr schlecht erhalten, weswegen wir sie gerne restaurieren und ergänzen lassen würden, um den Christusknaben damit zu bekrönen. So könnten wir ihm viel von seinem ursprünglichen Erscheinungsbild und seiner ehemals prächtigen Wirkung zurückgeben.

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